Archive for April, 2008

Weiter gehts

Tuesday, April 29th, 2008

Die unteren Falten des Rockes sind fertig angenäht. 3,75m in elf doppelte lange Kastenfalten mit Tiefenversatz legen dauert ca. 5 Stunden. Jetzt weiß ichs, sieht nur nachher kein Mensch mehr……

Morgen kommt dann der obere Teil des Rockes dran. Damit ich mir ein wenig vorstellen kann, wie es später in etwa aussehen soll, hab ich ein wenig probedrapiert.

rote-ballnuere-01.JPGrote-ballnuere-02.JPG

Hinten unten blitzt der Rockunterbau raus, denn die rückwärtige Naht ist natürlich noch nicht geschlossen - ich sollte das Trumm noch flach auflegen können.

Der Rockunterbau

Monday, April 28th, 2008

Und schon wieder ein Teil fertig. Schaut zwar ziemlich unspektakulär aus, ist aber wichtig.
rote-ballnuere-unterbau01.JPGrote-ballnuere-unterbau02.JPG

Materialien: oben beiges Leinen, dann Baumwollmusselin mit Steifen und Leinenchintz für die Rüschen.

Hurra! Ich hab endlich einen Plan!

Monday, April 28th, 2008

Hat ja lange gedauert…..Irgendwie war die Grundform für die Ballnüre ja recht schnell in meinem Kopf vorhanden, nur halt das ganz genaue WIE nicht so recht. Rot und Schwarz soll sie werden, aber wie genau verteile ich die Farben? Wie sollen der ganze Zierrat aussehen?

So in etwa könnts jedenfalls hinkommen:
rote-ballnuere-konzept.JPG

Materialien sind rote und schwarze Dupionseide, schwarzer Crepe de Chine, Stickereispitze und diverses Leinen bzw. Baumwolle für den Unterbau.
Falls die Schnürung vorne nicht mit Einschlagösen gemacht wird, hab ich zwei verschiedene dekorative Schnürösen zu Auswahl. Mal sehen, was paßt….
rote-ballnuere-mat02.JPGrote-ballnuere-mat01.JPG

Noch ein Korsett.

Monday, April 28th, 2008

Irgendwie produziere ich schneller, als ich die Teile ablichten kann. Aber diesmal bin ich brav und mach gleich ein Bild.

Hier bitte ein neues Kosett, wieder so ein Probestück (diesmal aber wirklich!).
Es handelt sich um das erste Stückerl zu einem neues Irrsinnsprojekt, nämlich einem Tournürenballkleid, Form Anfang der 1880er - sprich späte “natural form” ohne ausladenden Cul. Irrsinnig vor allem deshalb, weil ich versuchen will, das ganze binnen dieser Woche zu einem großen Teil fertig zu stellen. (Ich kenn das, es wird eh wieder um vieles länger dauern……..)

Zum Korsett: ich brauchte dazu natürlich einen passenden Schnitt, der die Silhouette der frühen 1880er so gut als möglich wieder geben soll. Als Grundlage hat dafür der extrem gut sitzende Schnitt des lila Korsetts hergehalten. Aus einem Schnitt mit einer einzigen horizontalen Teilung wurde ein Schnitt mit mehreren senkrechten Teilungsnähten. Außerdem habe ich das Korsett noch ein wenig weiter über die Hüfte herabgezogen.

korsi-1880er-01.JPGkorsi-1880er-02.JPGkorsi-1880er-03.JPG

Weitere Auflage: ich brauche das Korsett im Sommer, die üblichen steifen 4-5 Stoffschichten halt ich dann nicht aus. Das Korsett besteht also aus einer Lage festen Feinköpers, die Kanäle für die Plastikfischbeine bestehen aus Köperband und sind außen aufgesetzt. Zur Behübschung findet sich ander oberen Kante noch ein wenig schwarze Stickereispitze.
Durch die eine Lage Stoff ist das Korsett sehr leicht geworden, schlägt aber an paar neuralgischen Punkte leichte Wellen - damit hab ich gerechnet. Nachdem das gute Stück aber eh nur zum Drunterziehen gedacht und außerdem sowieso nur eine Schnittprobe ist, stört mich daß hier nicht weiter.
Fazit: Hurrahurra, der neuertüftelte Schnitt paßt ausgezeichnet und wir demnächst - und nach ein wenig Feintuning - bei einem Korsett von besserer Qualität verwendet werden.

Nächster Schritt: Der Rock zum Ballkleid.

Kleiner Nachtrag, Korsett 1906

Monday, April 28th, 2008

Asche auf mein Haupt!! Hab ja sträflich verabsäumt, zumindest einen kleines Bildchen des lila Korsetts, welches schon längst fertig, zu zeigen. Den Schnitt und Kommentare dazu gibts unter “Anpassungen Teil 1+2″
lila-kosett-01.JPG
Eigentlich war das Ganze ja “nur” ein Probestück (und ist es genaugenommen immer noch). Aber, warum soll nicht auch eine Schnittprobe brauchbar aussehen…
Das Bild also nur als kleiner Vorgeschmack, denn es wird rund um das Korsett ein komplettes Ensemble geben *hüstel* wennichdennindernächstenzeitdazukomme *hüstel*

Mal so eben……

Friday, April 4th, 2008

Untertitel: das Kimononäh und -anzieh Wochenende.
Letztes Wochenende war eine Freundin aus Deutschland bei uns zu Gast und wir haben die passende Unterwäsch’ (Nagajuban) zu ihrem Tomesode (zeremonieller Kimono der verheirateten Frauen) genäht:

Also, *tadaaaa*, meine Freundin im Untergewand:
tanja-kimonoundies01.JPGtanja-kimonoundies03.JPGtanja-kimonoundies02.JPG

Die Kombination besteht aus einem Rock, einem Wickeloberteil und einem separaten Kragen. Zusammengehalten wird das ganze mit langen Bändern (Koshihimo) und einem breiten Gürtel (Datejime).
Der klassische Nagajuban wäre ein einteiliges Stück, geschnitten wie der Kimono darüber, nur knöchellang, und aus Seide. Ein dekorativer Kragen (Haneri, oft bestickt) wird über den Kragen des Juban geheftet, damit man ihm zum Waschen leicht abnehmen kann. Nur, oft werden die Teile nicht gewaschen, denn die Seide kann sich dabei verziehen, d.h. man nimmt das gesamte Stück dafür auseinander, wäscht die Stoffbahnen, und näht dann alles wieder zusammen. Das gilt im besondern natürlich für den Kimono darüber! Daher wird alles unternommen, damit die Kleidung nicht verschmutz, weil waschen = mühsam. Also besteht normalerweise die übliche Unterwäsche noch aus einer Schichte mehr unter der Schichte, die man auf den Bildern sieht, um auch den Nagajuban vor Schweiß und Co. zu schützen. Diese Unterunterwäsche kann man dann gut waschen. Gut. Als normal gebauter Europäer fühlt man sich dann wie ein Michelin-Manderl. Daher laß ich die Unterunterwäsche gerne weg und mache den Nagajuban aus waschbarem Material. Auch hilft es, wenn der dekorative Kragen nicht fix angenäht, sondern als extra Teil darübergelegt wird.
Weiterer Vorteil des Zweiteilers: er läßt sich viel leichter anziehen und schoppt sich an der Taille nicht zusammen.
In diesem speziellen Fall haben wir aber eine kleine Adaption vornehmen müssen. Der Rockteil hätte eigentlich ein Wickelrock sein sollen, um den einteiligen Nagajuban zu simulieren. Das Problem ist, daß der Tomesode von der Flügelspannweite recht gut paßt, aber um die Hüften recht knapp bemessen ist (no na, die Damen in Japan sind ja doch viel schmaler als unsereins). Bei einem gut passenden Kimono überlappen beide Seiten des Kimono vorne von Hüftbein zu Hüftbein und die senkrechte Mittelnaht hinten bildet eine gerade Linie von Kragen bis zum Boden. So können alle Schichten gut und fest übereinanderliegen und es besteht keine Gefahr, daß der Kimono vorne beim Gehen zu weit aufgeht und man im Freien steht (der schwere Kimono drüber hält auch die Überlappung des Juban an seinem Platz). Das ist leider hier nicht der Fall, daher haben wir einem schmalen Schlauchrock genäht, mit einem Gehschlitz hinten (den sieht man nachher gar nicht) - perfekt, auch im Sitzen klafft der Kimono nicht auseinander.

Jaa, und weils so schön war, haben wir den Kimono in der Nacht gleich auch noch probeweise angezogen!
tanja-tome-test03.JPGtanja-tome-test04.JPGtanja-tome-test02.JPGtanja-tome-test01.JPG

Leider ist der Kragen sehr rutschig und daher etwas mühsam glatt über den unteren Kragen zu legen - zu diesem Zwecke gibt es ein eigenes Hilfsmittel, das gab ich aber noch nicht da (bei meinen Kimono hab ich das Problem nicht). Auch hab ich den Obi (der breite Gürtel, ca 30cm breit, 3,80 bis 4,20m lang - Maße gelten für diese Art Obi - Fukuroobi) etwas schlampig gebunden. Der Knoten (Otaiko nennt sich dieser Obi-Knoten) ist auch ein wenig schlampig gebunden, denn für einen vollständigen zeremoniellen Otaiko ist der Obi ein wenig zu kurz - da werde ich beim nächsten Mal ein wenig tricksen müssen. Aber was man gut erkennen kann, ist, wie dieses vermeintliche “Polster” zustandekommt. Unter der oberen Kante verbirgt sich tatsächlich ein kleines Pölsterchen, welches berwirkt, daß der Obi in einem kleinen Bogen vom Rücken absteht.

Mehr Info zum Thema gibts hier:
http://www.hanamachi.de/
Eine sehr schöne Seite auf Deutsch und unter “Kitsuke” findet man auch Anzieh-Anleitungen.