Wie hat bei mir die Japanophilie eigentlich angefangen? Ich glaub, ich war so etwa 10 Jahre alt, als die eh so bekannte Verfilmung von James Clavells Roman “Shogun” zum ersten mal im Fernsehen lief. Ich war völlig hingerissen. Nicht von Richard Chamberlain, sondern von der gesamten Stimmung, der Ausstattung und, nachdem das ganze dann ein paar Jährchen später wieder zu sehen war, von Toshiro Mifune. Ich _mußte_ natürlich dann auch den Roman selber lesen, nebst Büchern über japanische Geschichte. Und, Überraschung, der englische Navigator in Clavells Buch hat tatsächlich gelebt, William Adams hieß er, landete 1600 in Japan und starb dort auch zwanzig Jahre später. Giles Milton widmete diesem Mann ein ganzes Buch, Samurai William, sehr empfehlenswert!

Ich mochte die Shogun-Verfilmung damals schon und ich mag sie heute noch immer. Nur habe ich mich gefragt, wie authentisch das ganze wohl sei, denn daß es Hollywoods Filmemacher mit der Authetizität historischer Darstellungen nicht immer so genau nehmen, kann einem jeder ernsthafte Kostümkundler bestätigen. Nun, ich war erstaunt, wie genau ihnen die Darstellung des Lebens im Japan der frühen Tokugawa-Ära gelungen ist. (The Costume Museum)

Ein gutes Beispiel, wie man es nicht machen sollte, ist wohl die Verfilmung von Arthur Goldens Roman “Die Geisha”. Ja, Maiko und Geisha (Geiko im Kyotoer Dialekt) sehen für westliche Augen eher ungewohnt aus. So wurde nebst der typischen Frisur vor allem das dicke weiße Makeup als für das amerikanische Publikum “too scary” empfunden und daher weggelassen. [Nun, ich erinnere mich da an einen Urlaub in Florida, als mir auf der Strandpromenade eine ältliche Dame entgegenkam, dick mit Schminke zugekleisert und unter den Wangenknochen zeichneten sich Silikonpölsterchen ab. Angst!]. Daß die gesamte Aufmachung aber ein sehr wesentlicher Bestandteil ihres Berufes ist, kann man sehr schön bei Liza Dalby oder in den Memoiren von Mineko Iwasaki nachlesen.

Von Liza Dalby lag wenig später noch “Kimono: Fashioning Culture” auf dem Nachtkastl. Eines der wenigen englischen Bücher, die sich mit japanischer Kostümgeschichte befassen.